Von Karolina Pajdak
Berlin – Der aktuelle Bericht der World Meteorological Organization (WMO) rüttelt auf: Unser Klima ist völlig aus der Balance gekommen. Experten warnen vor einer neuen Rekord-Hitzeperiode, die nicht nur viele Millionen Euro kosten wird, sondern auch Menschenleben. Fakt ist: Die Klimakrise ist real. Sie ist da, sie betrifft und trotzdem wird immer weniger darüber geschrieben und gesprochen.
Seit 2021 haben die Redaktionen ihre Berichterstattung über Klimathemen weltweit um 38 Prozent reduziert, berichtet das „Media and Climate Change Observator” der Universität von Colorado, das die globale Klimaberichterstattung in fast 60 verschiedenen Ländern auswertet. Das renommierte Reuters Institute an der Universität Oxford hat sein „Oxford Climate Journalism Network“ 2025 eingestellt.
Während in Großbritannien eher finanzielle Gründe anzuführen sind, liegt es in den USA vor allem an dem politischen Einfluss der Trump-Regierung, die die Klimakrise weitestgehend leugnet und wenig Sympathien für Berichterstattung darüber hat.
Klimathemen sind unbequem – aber warum?
Vielleicht weil das Problem zum einen sehr vielschichtig ist, die Lösung aber dafür immer auch in einer Veränderung des eigenen Lebens liegt. Das in Berlin ansässige Projekt Klimafakten.de hat versucht die Frage, wie man richtig und gut über das Klima spricht, in einem eigens dazu verfassten Handbuch und Podcast zu beantworten.
Wie sprechen wir also “richtig” übers Klima?
Darin wird u.a. darauf hingewiesen, dass es besser sei “möglichst bejahend statt ermahnend zu klingen”. Denn wer Klimaschutz mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen kommuniziert, werde damit kaum etwas erreichen, stellt Klimafakten.de fest.
Eine große Rolle bei gelungener Klimakommunikation spiele auch die Art wie man mit der Angst vor Veränderungen umgeht. ” Für die meisten Menschen sind die Veränderungen (die für einen angemessenen Umgang mit dem Klimawandel notwendig sind) besser zu ertragen, wenn sie sich als Subjekt statt als Objekt fühlen. Ihnen muss deutlich werden, dass sie selbst die Zukunft über aktives Handeln (mit)bestimmen können”, heißt es bei Klimafakten.de.
Wichtig auch: Für gute Klimakommunikation reichen Fakten nicht aus. Wichtig sei es auch, an die Gefühle des Publikums zu appellieren, stellen die Autorinnen und Autoren fest. “Emotionen werden in der Kommunikation oft unterschätzt, und das kann fatal sein, denn wer die Klimakrise auf eine gewaltige, quasi unabwendbare Katastrophe verkürzt und unter Panik verbreitet, muss mit Ablehnung rechnen.”
Lösungen anbieten, keine Panik verbreiten – eine schwierige Aufgabe, sieht man sich die jüngsten Klimaberichte an.